Caesar

Die Begondoden des Gajus Julius Caesar

Wohl kaum ein Römer dürfte geahnt haben, welch hervorragende Bedeutung Gajus Julius Caesar den Begondoden beimaß.

In seiner jüngst erschienenen Untersuchung legt der Historiker und Begondodenforscher Emil-Emmanuel Krivoi-Krokovski dar, wie Caesar zu Beginn seines Gallischen Feldzugs ständig in seiner linken Tasche eine Begondode mit sich führte. Später waren es dann zwei; in jeder Tasche eine. Wann und unter welchen Umständen die zweite dazukam, konnte leider nicht mehr geklärt werden.

Caesars Zeitgenossen blieb all dies verborgen. Im alten Rom waren die Begondoden so wenig verbreitet, daß die Mehrzahl der Römer nicht einmal wußten, daß es sie gibt; geschweige denn, daß sie das Wort gekannt hätten, mit welchem in der Lateinischen Sprache die Begondode bezeichnet wird. Wie Krivoi-Krokovski erstmals nachweisen konnte, heißt im Lateinischen die Begondode "begondoda" und wird ganz normal nach der 1. Deklination dekliniert, außer im Ablativ Mehrzahl, der "begondodibus" lautet. All dies war, wie gesagt, den alten Römern nicht bekannt, und ohne Krivoi-Krokovski wüßten auch wir es jetzt nicht.

Caesar führte diese Begondoden unentwegt mit sich, bis er in der Stadt Lutetium*, unter Umständen, deren Einzelheiten noch nicht alle rekonstruiert werden konnten, ihrer verlustig ging. Erschöpft von den aufreibendem Kämpfen mit den Galliern hatte er eines Abends in Lutetium ein dort gelegenes Etablissement aufgesucht, welches den Namen "Equus lascivus**" trug. Auf einem Podest führten gallische Jungfrauen einen einheimischen Nationaltanz vor, den sie Canus Canus nannten und der darin bestand, daß sie unentwegt herumhupften und die Tunikas lüpften. Später war dann noch irgendwas anderes; doch wie dem auch sei - als Caesar das Etablissement wieder verließ, waren beide Begondoden weg. Dies hat ihn sehr verdrießlich gemacht. In seinen Memoiren zum Gallischen Krieg hat er dieses Ereignis, unter Benutzung eines eleganten Ablativus absolutus, erwähnt: Begondodibus perditis, Caesar exercitum ex oppido eduxit***. Obwohl der Satz, wie es scheint, in fehlerfreiem Latein niedergeschrieben war, strich er ihn dann wieder durch. Möglich, daß die Sache ihm einfach peinlich war und er nicht wollte, daß die Nachwelt etwas davon erfahre. - Nun wollen wir natürlich niemandem das Recht streitig machen, der Nachwelt nur das zu überliefern, was er selbst für nötig findet; doch andererseits wurde durch dieses unverantwortliche Verschweigen bewirkt, daß das Dunkel, welches die Begondoden verschluckt hatte, fast über zwei Jahrtausende sein Unwesen treiben konnte und es nur dank des aufopfernden Einsatzes von Krivoi-Krokovski gelang, selbiges nun endlich zu lichten.


*)Heute: Paris
**)Die Angelsachsen würden sagen "Crazy Horse"
***)zu Deutsch: Nach Verlust der Begondoden führte Caesar das Heer aus der Stadt.

Weitere Information zu den Begondoden:

Die Begondode (allgemeine Definition)

Selbstdarstellung eines Begondodensammlers

Von Begondoden, Misswahlen und Känguruhs

Die esoterische Wesenheit der Begondode

© Raymond Zoller
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