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Der Gallische Krieg

"Gallia est omnis divisa in partes tres"
(Goethe & Schiller)

Jenes umfassende Werk, welches unter dem Titel “Commentarii de bello gallico” in lateinischer Sprache die Ereignisse des Gallischen Krieges behandelt, wurde noch bis vor kurzem einem Römer namens Gajus Julius Caesar zugeschrieben. Seit der verdienstvollen Untersuchung von Krivoi-Krokovski wissen wir nun, daß eine historische Gestalt mit Namen Gajus Julius Caesar nie gelebt hat und daß es sich dabei um ein von Goethe und Schiller gemeinschaftlich benutztes Pseudonym handelt. - Zwar lebte um die Zeit, in der angeblich Gajus Julius Caesar gelebt haben soll, eine Persönlichkeit, die genau jene Taten vollbrachte, wie man sie heute Caesar zuschreibt; doch hieß dieser Mensch ganz anders. Wie er wirklich hieß, ist mit letzter Sicherheit nicht mehr festzustellen; sicher ist aber, daß sein Name nicht Caesar lautete. Jener Name ist eine gemeinsame Erfindung von Goethe und Schiller; wobei noch festzustellen ist, wem bei dieser Erfindung das meiste Verdienst gebührt. Unter solchem Pseudonym schrieben beide in ihrer freien Zeit, die ihnen neben Niederschreiben des Faust und der Räuber, Erfinden von Spieltrieb und Urpflanze und sonstigen Geschäften noch übrigblieb, in lateinischer Sprache jene Textesammlung, die wir heute als "Commentarii de bello gallico" kennen.

© Raymond Zoller