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Notizen von unterwegs - Nachlese Textgalerie-Forum

Fehlendes Feedback

Fehlendes Feedback

Raymond Zoller am 1. Juni 2002

In der Abteilung „Texte ьber Texten“ seh ich, daЯ das Fehlen von Feedback als Problem erlebt wird. – Doch wozu eigentlich Feedback bei abgeschlossenen literarischen Texten? Wenn ich einen Text als abgeschlossen betrachte und bereit bin, ihn zu verцffentlichen – ja nun: so ist er halt fertig. Man liest ihn, den einen sagt er was, den andern sagt er nichts; zu kommentieren gibt es da an sich nicht viel. Wenn jemandem meine Art und Sprache gefдllt, so kommt ihm vielleicht meine E-Mail-Adresse gelegen, weil er mich zu irgendwelchem AnlaЯ um Texte bitten mцchte. Aber wozu kommentieren? Kommentare zu meinen Texten erwarte ich mir keine; wьrde mich eher wundern, wenn welche kдmen. Und selbst wьЯte ich nicht, wieso und wie ich Texte anderer Autoren kommentieren sollte. – Etwas anderes ist Publizistik. Bei – fьr meine Begriffe – guter Publizistik sind die Gedanken solcherart angedacht, daЯ sie zum Weiterdenken anregen; angeschnittene Fragen fordern Erweiterung und Vertiefung; hier liegt, im Gegensatz zu guter Literatur, eine „schцpferische Unfertigkeit“ vor.

 Fehlendes Feedback

 Antwort von Dirk Schrцder am 2. Juni 2002

> Doch wozu eigentlich Feedback bei abgeschlossenen literarischen Texten?

Um draus zu lernen?

Die Feedbackmцglichkeit ist neben dem geringeren Lesekomfort wohl der einzige Unterschied zwischen Print- und Webpublikation.

Diese Angebots wegen steht unter jedem Text die E-Mail-Adresse des Autors.

Da es aber nicht genutzt wird, aus verschiedenen Grьnden, lieЯe sich nun durchaus fragen, was die Webpublikation ьberhaupt soll. Genau dies tut ein groЯer Teil des Literaturbetriebs auch.

 Fehlendes Feedback

 Raymond Zoller am 8. Juni 2002

DaЯ sich bei vielen sowohl im offiziellen Literaturbetrieb wie auch im Web verцffentlichten Texten die Frage stellt, wozu das gut sein soll, ist das eine. Ein anderes ist, daЯ der offizielle Literaturbetrieb sich zunehmend in ein absurdes Theater verwandelt und daЯ die Verlage, wenn es darum geht, interessante neue Autoren aufzunehmen, ьberfordert sind. Die Aufnahmefдhigkeit der Printlandschaft ist begrenzt, die Internetlandschaft nicht. Manche Autoren, die bei den Printverlagen nicht unterkommen oder die von vornherein sich zu schade sind, vor deren Toren Schlange zu stehen, weichen aufs Internet aus; und als Leser hat man immerhin die Mцglichkeit, in dieser riesigen Masse an Verцffentlichtem auf Interessantes zu stoЯen. Eben hierin seh ich den Sinn der Internetverцffentlichungen.

Wenn es einem um Feedback geht, mьЯte man die betreffende Seite mehr als eine Art "Schreibwerkstдtte" kenntlich machen.

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