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- Von Marsmenschen und fliegenden Untertassen -

Unterhaltung zwischen

und und und

Ernst Tirckl-Wolff

 

Raymond Zoller

 

Easand

 

George
W. Lästerbacke

sowie

und und

Maria Amanda Magdalena Sörensen

 

Balthasar Chrino

 

verschiedenen weiteren Persönlichkeiten


Raymond Zoller

Der Ausdruck "fliegende Untertasse" ist rhythmisch so verunstaltet, daß er aufteufelkommraus in kein Gedicht reinpaßt. Man müßte ihn verbieten.


Ernst Tirckl-Wolff

Du mußt ja nicht unbedingt über fliegende Untertassen dichten. Wie wär's mit der halben Zwiebel? Das Problem wurde gestern nicht erschöpfend behandelt. Halbe Zwiebeln sind vom Rhythmus her handlicher als fliegende Untertassen. Willst du nicht zur Zwiebel zurückkehren?


Raymond Zoller

Was soll ich mit Zwiebeln? Ich will fliegende Untertassen!


Ernst Tirckl-Wolff

Doch wenn sie sich rhythmisch nicht behandeln lassen? Vielleicht solltest du versuchen, dein Rhythmusgefühl zu unterdrücken?


Raymond Zoller

Das kann ich nicht.


Ernst Tirckl-Wolff

Dann ist dir nicht zu helfen


Raymond Zoller

Eben


Maria Amanda Magdalena Sörensen

Dann schreib doch einen RAP Song, da wird das mit den fliegenden Untertassen grade so passen.


Ernst Tirckl-Wolff

Ungebildet wie er ist kennt er RAP nur dem Namen nach und hat keine Ahnung, was das für ein Rhythmus sein könnte.


Raymond Zoller

Wenn die fliegende Untertasse mit ihrem mißgestalteten Rhythmus da reinpaßt wird er, der RAP, mir sicher nicht gefallen.


Maria Amanda Magdalena Sörensen

Dann lernt er es eben. Er ist doch nicht alt oder tot. Die ganze Welt ist aus dem Rhythmus. Dann wird er es wohl schaffen etwas atonales zu dichten.


Easand Mirror

flieh, flieh flieh, fliehfliehfliehfliehflie,
fliehgend, fliegend
fliehfliehfliehfliegend
tass tass tass, tass tass tass tas tass
etc


Raymond Zoller

Das können, glaub ich, andere besser als ich. Ob ich mich wohl doch wieder der halben Zwiebel zuwenden soll?


Easand Mirror

das liegt an der vorstellung des fliegenden geschirrs bei einem streit, fliegende untertasse erinnert sofort an einen frisbee. dabei sind das verdammt schnelle, ausgeklügelte, dynamische dreieckig anmutende raumgeschosse (im sinn der geschwindigkeit, nicht im sinn des angriffs). also, die fahrgestelle der uns weit überlegenen lebewesen


Ernst Tirckl-Wolff

Fliegendes Geschirr bringt mir die Idee: man könnte die Untertasse zerschlagen.
die fliegende Unter, die Tasse
zum Beispiel


Easand Mirror

der unter und der ober. die tasse lassen, für das getränk.


Raymond Zoller

Untertassen im Sinne von Transportmöglichkeiten für Marsmenschen brauchen keine Tassen


Easand Mirror

dir fehlt Espresso. du bist so nachdenklich, das liegt an der jahreszeit. guck auf gelborange. dann wird das besser


Maria Amanda Magdalena Sörensen

Na wenn das kein Rap geeignetes Material ist ;)


Ein Passant

Im Hexameter sollte die fliegende Untertasse schon rhythmisch eingebaut werden können.


Raymond Zoller

Ich werde darüber nachdenken. Aber ich habe echt noch keinen Espresso getrunken. Wollte nur zwischendurch meiner Enttäuschung über den Untertassen-Rhythmus Luft machen und dann zur Espressobereitung schreiten; dann mischte Ernst sich ein, und das Unheil nahm seinen Lauf. Um das Problem weiter zu behandeln brauch ich Espresso. Geht nicht anders


Maria Amanda Magdalena Sörensen

Ernst scheint mir eher der inspirierende Tritt in deinen dichterischen Hintern zu sein. Das fördert deine Entwicklung zum rappenden Dichter.


Raymond Zoller

Ja. Ernst verdanke ich sehr viel. Vielleicht werden wir beide noch Rapper. Aber nun begebe ich mich endgültig zur Espressomaschine. Vielleicht widme ich ihr auch noch ein Gedicht.


George W. Lästerbacke

Guten Morgen, fliegende Untertassen, Marsmenschen und Espressomaschinen, ich sehe da enormes Potential für Dichtung, Raymond. Der Espresso wird dich sicher erleuchten.


Eine Passantin

Raymond sollte dir eine Tasse entgegen fliegen, einfach schnell runter bücken.


Raymond Zoller

Fliegende Tassen sind nur in rein irdischen Verhältnissen von Interesse; wo Marsmenschen im Spiele sind, fallen die Tassen weg, und es bleiben die Untertassen. - Aber vielleicht hast du Recht; wenn ich so weiter mache, kann ich mich bald nur noch mit Sturzhelm auf die Straße trauen


Die Passantin

Ja, ja ich sehe schon wie vor deinem Haus Marsmenschen Schlange stehen und Losungen brüllen wie "willst du etwa behaupten es gibt uns nicht, komm raus wenn du dich traust! Freiheit für Untertassen und glitschige grüne Marsianer"...nur dumm, mittlerweile wissen wir schon daß es keine grünen Marsmenschen auf dem Mars gibt.


Raymond Zoller

Auf dem Mars kann es gar keine Marsmenschen geben, weil sie alle in ihren Untertassen davongeflogen sind, um die Umgebung zu erforschen und zu erobern



Ernst Tirckl-Wolff

Eine Untertasse, eine fliegende
senkte sich sacht'
auf blütenduftende Wiesen


Raymond Zoller

Jetzt ist doch Herbst. Wo nimmst du die blütenduftenden Wiesen her?


Ernst Tirckl-Wolff

Die hab ich hinzugedichtet. Aber der Rhythmus stimmt doch; oder?


Raymond Zoller

Ja. Der Rhythmus stimmt.


Ernst Tirckl-Wolff

Dann wird alles gut


Raymond Zoller

Richtig. - Laut Wilhelm von Dorten läßt sich übrigens auch mittels Amputation des "e" am Schlusse die fliegende Untertasse für die Dichtkunst retten:
Eine fliegende Untertass' senkte sich sacht
auf blütenduftende Wiesen.


Ernst Tirckl-Wolff

Das klingt nun schon ganz außerordentlich poetisch. Du hättest sofort bei Wilhelm von Dorten nachschlagen sollen; dann hätten wir uns und den andern das alles erspart.


Raymond Zoller

Das nächste Mal werde ich sofort nachschlagen. Ich gelob's.


Balthasar Chrino

Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Neger Wumbaba


Raymond Zoller

Der den Marsmenschen entgegen sich erhebende weiße Neger Wumbaba ist in der Tat sehr poetisch; für eine rechte Zusammenstimmung mit den beiden ersten Zeilen erfordert die von dir vorgeschlagene Lösung allerdings noch eine leichte Überarbeitung
Vielleicht so:
und feierlich ihr entgegen sich naht
Wumbaba, er, der weiße Neger
Oder so ähnlich.
So wir uns alle etwas Mühe geben werden wir noch in gemeinsamem Streben ein umfassendes untertassenpoetisches Werk vollbringen



Raymond Zoller

Bringt ein Link zu einem Bericht:
Offizielles Dementi | Obama leugnet jeden Kontakt mit Aliens
Kein Kontakt zu Außerirdischen: Das Weiße Haus widerspricht allen Gerüchten. Dabei hätte Barack Obama einfach nur «Ja» sagen müssen und damit 80 Prozent der Amerikaner hinter sich gehabt. Denn eigentlich glauben doch alle an Aliens.


Raymond Zoller

Hm-ja... Schien heute irgendwie in der Luft zu liegen.


Ernst Tirckl-Wolff

Ja. Nicht nur wir hatten uns heute mit fliegenden Untertassen herumzuschlagen.


Raymond Zoller

Wobei die Amerikaner es von der Poesie her leichter haben, da "flying saucer" sich rhythmisch leichter handhaben läßt


Ernst Tirckl-Wolff

Ob Obama wohl auch Gedichte über fliegende Untertassen schreibt?


Raymond Zoller

Vielleicht im Geheimen. Nach dem heutigen Statement dürfte er sie niemandem mehr zeigen.


Ernst Tirckl-Wolff

Richtig


George W. Lästerbacke

Obama ist politisch sehr unklug, zu sagen, ja wir haben Kontakt und beschlossen, die Welt zu retten, hätte Ihm die Wiederwahl gesichert. Ein paar Ufos und Aliens hinzuzaubern, hätte Spielberg doch ein Lächeln gekostet.



Ernst Tirckl-Wolff

Fälle von Unzucht zwischen Marsmenschen und Erdenfrauen wurden bislang so selten beobachtet, daß man es noch nicht einmal für nötig fand, eine wissenschaftliche Bezeichnung für selbige zu schaffen.


Raymond Zoller

Aufgrund der für unsere bewegten Zeiten typischen rasanten Entwicklung könnte eine solche aber irgendwann nötig werden. Wie wär's mit Marsianismus?


Ernst Tirckl-Wolff

Marsianismus? Ja, das geht


Raymond Zoller

Es wäre sinnvoll, schon jetzt mit dem Sammeln von Benennungsvorschläge zu beginnen; wenn die Fälle dann in solchem Maße überhand nehmen, daß man sie benennen muß, können wir gleich was auswählen


Marsmenschen beim Betrachten eines Hundes

Weitere Literatur zum Thema Marsmenschen und fliegende Untertassen findet man hier

Raymond Zoller